FCG-Waldner: „Pensionist:innen leisten 9-Milliarden-Euro-Beitrag zur Budgetsanierung“

Wien (OTS) – In der aktuellen Debatte rund um das Doppelbudget
2027/28 wird
seitens des Thinktanks Agenda Austria behauptet, der Pensionssektor
bleibe von Sparmaßnahmen „unberührt“. Die FCG-Pensionist:innen
widersprechen dieser Darstellung entschieden: Tatsächlich trägt die
ältere Generation mit einer Gesamtbelastung von knapp neun Milliarden
Euro einen erheblichen Anteil an der Budgetkonsolidierung.

Neun Milliarden Euro Belastung

Die vorliegenden Berechnungen zeigen die Dimension der bereits
erbrachten und noch geplanten Einschnitte deutlich: Rund 8,4
Milliarden Euro wurden Pensionistinnen und Pensionisten bereits in
der laufenden Legislaturperiode abverlangt. Für die Jahre 2027 und
2028 kommen weitere 550 Millionen Euro hinzu. Insgesamt ergibt sich
daraus eine Belastung von rund neun Milliarden Euro.

Für den Einzelnen bedeutet das ein Minus von durchschnittlich
3.500 bis 3.600 Euro im betrachteten Zeitraum bzw. etwa 60 Euro pro
Monat, erklärt Wilhelm Waldner, Vorsitzender der FCG-Pensionist:innen
im ÖGB. „Das entspricht rund vier Prozent einer Durchschnittspension.
Wer hier von ‚unberührten Pensionen‘ spricht, betreibt bewusste
Desinformation zulasten der Seniorinnen und Senioren.“

Kritik an weiteren Kürzungsforderungen

Die FCG-Pensionist:innen weisen die Kritik von Agenda Austria
entschieden zurück. Während der Thinktank die geplante
Pensionsanpassung von 0,25 Prozentpunkten unter der Inflation als
„symbolisch“ bezeichnet und eine Kürzung um einen Prozentpunkt
fordert, warnt die FCG vor den sozialen Folgen.

„Weitere Kürzungen würden die Kaufkraft massiv schwächen“, so
Waldner. „Gleichzeitig werden Beiträge von Unternehmen oder
vermögensbezogene Maßnahmen als ‚standortschädlich‘ abgelehnt. Diese
einseitige Lastenverteilung ist zutiefst unfair.“

Dauerhafte Kaufkraftverluste

Die Belastungen entstehen nicht nur durch direkte Einschnitte,
sondern insbesondere durch geringere Anpassungen und damit verbundene
reale Kaufkraftverluste. „Eine nicht erfolgte Anpassung bedeutet für
Pensionistinnen und Pensionisten einen dauerhaften Verlust im
Geldbörsel. Es handelt sich um eine systematische Verschiebung der
Konsolidierungslast auf eine einzige Bevölkerungsgruppe“, betont
Waldner.

Forderung nach fairer Lastenverteilung

Die FCG-Pensionist:innen fordern daher ein Umdenken: Pensionen
dürften nicht länger als beliebige Manövriermasse zur Schließung von
Budgetlücken dienen und seien kein „Bankomat“ für Einsparungen.
Stattdessen sollten auch andere Einsparungspotenziale geprüft werden
– etwa kürzlich bekannt gewordene Doppel- und Dreifachförderungen.

Strukturreformen seien grundsätzlich notwendig, müssten jedoch
mit Augenmaß erfolgen und dürften nicht als Deckmantel für einseitige
soziale Einschnitte dienen.

„Pensionistinnen und Pensionisten leisten bereits einen
Milliardenbeitrag. Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht“, so
Waldner abschließend.