Wien (OTS) – Die Ankündigung von WKO-Präsidentin Martha Schultz als
ersten Schritt
im Reformprozess bis 2030 insgesamt 100 Millionen Euro an Österreichs
Unternehmen zurückzugeben, wird vom Sozialdemokratischen
Wirtschaftsverband Österreich grundsätzlich positiv aufgenommen –
allerdings sollten hier noch weitere Schritte folgen.
Bernd Hinteregger, Präsident des SWV Österreich dazu: „Ich
begrüße das Vorhaben von Präsidentin Martha Schultz. Möchte aber
festhalten, dass das Geld nicht den Unternehmen zurückgegeben wird,
wie Schultz es ausgedrückt hat, sondern das 100 Millionen Euro
eingespart werden sollen. Konkret durch die Kürzung der Kammerumlage
2.“
Solidarisches Gegenmodell des SWV
Bernd Hinteregger: „Die KU2 wird ausschließlich von Unternehmen
mit Beschäftigten gezahlt. Aber rund 61 Prozent der aktiven WK-
Mitglieder sind Ein-Personen-Unternehmen, die keine KU2 zahlen und
somit auch von einer Senkung nicht profitieren.“
Für den SWV ist klar: Eine echte Reform muss alle Unternehmen
einbeziehen und darf nicht an der Mehrheit vorbeigehen. Hinteregger
betont daher: „Wir verfolgen einen solidarischen Ansatz und wollen
daher die Kammerumlage 2 neu denken.“
Das Modell des SWV sieht vor, dass die Mittel in drei zentrale
Bereiche investiert werden sollten: Ausbildungund Weiterbildung (
Lehre 2.0), soziale Absicherungsowie Förderungen und Services für EPU
und KMU. Ziel ist es, insbesondere kleinere Betriebe und Ein-Personen
-Unternehmen gezielt beim Wachstum zu unterstützen.
Lohnnebenkosten um 5 Prozent senken
Darüber hinaus sieht der SWV dringenden Handlungsbedarf bei den
Lohnnebenkosten. Österreich zählt laut aktuellem OECD-Bericht zu den
Ländern mit der höchsten Belastung des Faktors Arbeit in Europa.
Hinteregger fordert daher: „Wir brauchen jetzt dringend eine
Senkung der Lohnnebenkosten von mindestens 5 Prozent, um zumindest
auf deutsches Niveau zu kommen.“
„Nach Gesprächen mit dem Finanzminister weiß ich, dass es dafür
Vorschläge zur Gegenfinanzierung braucht. Wir werden als SWV
entsprechende Modelle für eine mögliche Gegenfinanzierung erarbeiten
und präsentieren“, so Hinteregger abschließend.


