Wien (OTS) – Unter Leitung und Koordination der Direktion
Staatsschutz und
Nachrichtendienst (DSN) wurde am 15. April 2026 ein bundesweiter
nationaler Joint Action Day zur Bekämpfung des internationalen
illegalen Waffenhandels und der Proliferation abgehalten. Gemeinsam
mit allen neun Landesämtern Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (
LSE) sowie dem Bundesministerium für Finanzen fanden an zahlreichen
Örtlichkeiten entlang der Schmuggelrouten Kontrollen statt. Insgesamt
wurden über 40 Personen kontrolliert und Gepäckstücke durchsucht.
Außerdem wurden bei 67 PKWs Kontrollen durchgeführt. Dabei konnten
wichtige Erkenntnisse zur Bekämpfung des Phänomens und den
dahinterliegenden Netzwerken in Erfahrung gebracht werden. Zudem
wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaften eine Person
festgenommen und vier weitere Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen
vollzogen. Dabei stellten die Verfassungsschutzbehörden drei
Schusswaffen der Kategorie B und zwei Schusswaffen der Kategorie C
sowie mehrere NS-Devotionalien sicher und sprachen ein vorläufiges
Waffenverbot aus.
„Der Verfassungsschutz und die Zollbehörden haben in enger
Kooperation einen wichtigen Präventivschlag gegen den international
agierenden Waffenhandel geführt. Das Ziel dabei ist klar: Österreich
für die organisierte Kriminalität unattraktiv machen“, sagte
Innenminister Gerhard Karner.
Finanzminister Markus Marterbauer: „Ich danke allen beteiligten
Behörden für die gute und enge Zusammenarbeit und unseren
Zöllnerinnen und Zöllnern für ihren Einsatz. Das Zollamt Österreich
leistet einen wesentlichen Beitrag, Schmuggelrouten früh zu erkennen
und mit gezielten Kontrollen illegale Machenschaften aufzudecken.“
Gezielte Schwerpunktaktion entlang der Schmuggelrouten
Im Rahmen des Joint Action Days am 15. April 2026 erfolgten im
gesamten Bundesgebiet konzertierte strafprozessuale und
sicherheitspolizeiliche Maßnahmen gegen Verdächtige im Bereich des
internationalen illegalen Waffenhandels und der Proliferation. In
Koordination mit dem Zollamt Österreich fanden in allen Bundesländern
zahlreiche Kontrollen statt, im Zuge deren es zu 40
Identitätsfeststellungen sowie 67 Kontrollen von Fahrzeugen kam. In
Tirol fanden eine Festnahme einer Person sowie drei
Hausdurchsuchungen statt. Dabei wurden zwei Waffen der Kategorie B
sowie zwei Schusswaffen der Kategorie C sichergestellt. Die
festgenommene Person bekam ein vorläufiges Waffenverbot auferlegt.
Ebenso kam es im Burgenland zu einer Hausdurchsuchung, aus der eine
Schusswaffe der Kategorie B sowie mehrere NS-Devotionalien
hervorgingen.
Bei der Aktion unterstützten die Bereitschaftseinheit, die
Diensthundeeinheit und ein sprengstoffkundiges Organ den
Verfassungsschutz. Der Einsatz erstreckt sich über das gesamte
Bundesgebiet.
Staatssekretär Jörg Leichtfried betont: „Den Ermittlungsteams der
Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, der Landesämter
Staatsschutz und Extremismusbekämpfung, der Finanzpolizei und allen
betroffenen Behörden ist mit diesem Joint Action Day ein großer
Erfolg gegen den internationalen Waffenhandel gelungen. Er zeigt auf,
wie wichtig ein professioneller Verfassungsschutz für unseren
Rechtsstaat und im Kampf gegen Extremismus und organisierte
Kriminalität ist. Ich möchte allen Beteiligten meinen Dank
aussprechen. Sie machen Österreich mit jedem Joint Action Day ein
Stück sicherer.“
Internationaler Waffenschmuggel
In den vergangenen Jahren kam es europaweit immer wieder zu
Sicherstellungen von gefälschten Glock-Pistolen, die über
internationale Schmuggelrouten durch kriminelle Organisationen über
Europa hinweg geschmuggelt werden. Zugleich besteht ein weiteres
Schmuggelnetzwerk von Schusswaffen über die Balkanroute. Dabei werden
von internationalen kriminellen Organisationen, unter Ausnützung der
seit langer Zeit bestehenden Strukturen, Waffen in zahlreiche
europäische Staaten und damit auch nach Österreich geschmuggelt.
Durch zusammenwachsende Wirtschaftsräume und zunehmende Mobilität
vermischen sich die regionalen, nationalen und internationalen Ebenen
des illegalen Waffenhandels zunehmend. Der koordinierte Joint Action
Day hat zum Ziel, illegale Handelsströme zu identifizieren, zu
unterbrechen und illegale Waffenhändlerinnen und -händler zu
verfolgen.


