Wien (OTS) – „Die Industrieproduktion und die Auftragseingänge in
Österreich
wachsen 2025 nur nominell und das geringfügig, real bleiben sie
deutlich unter Druck. Das ist ein klares Warnsignal für den Standort
Österreich“ – so fasste Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie
der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Mittwoch, bei einer
Pressekonferenz zur Industriekonjunktur die Lage zusammen. „Die
aktuellen Zahlen zeigen eindeutig: Das nominelle Wachstum täuscht
über die tatsächliche Lage hinweg. Real bleibt Österreichs Industrie
deutlich unter ihrem Leistungsniveau, wir müssen mit angezogener
Handbremse fahren.“
„Um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern, braucht es
gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen. Dazu zählen insbesondere
die Senkung der Lohnnebenkosten, eine Entlastung bei den
Energiepreisen sowie der Abbau bürokratischer Hürden. Der
Handlungsbedarf und Lösungsvorschläge liegen mit der von der
Bundesregierung beschlossenen Industriestrategie auf dem Tisch. Jetzt
braucht es rasch klare Entscheidungen, um den Industriestandort
wieder zu stärken und Wachstum zu ermöglichen“, forderten
Bundesspartenobmann Menz und Bundessparte-Industrie-Geschäftsführer
Andreas Mörk. „Verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit
sind entscheidend, damit Unternehmen wieder investieren und
Arbeitsplätze sichern können“, so die Industrie-Interessenvertreter.
Handlungsbedarf ergibt sich aus den besorgniserregenden
Ergebnissen der Industriekonjunktur-Erhebung. Demnach hat die
österreichische Industrie 2025 zwar einen vorläufigen nominellen
Produktionswert von 209 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das sind drei
Prozent mehr als im Jahr davor. Dieser Zuwachs reicht jedoch nicht
aus, um die massiven Verluste der Vorjahre zu kompensieren. Das Minus
von rund 15 Milliarden Euro zwischen 2023 und 2024 konnte damit bei
Weitem nicht aufgeholt werden. Vielmehr verliert Österreichs
Industrie laufend an Substanz: Seit 2021 beträgt das Minus real rund
12 Prozent bei der abgesetzten Produktion.
Produktion und Auftragseingänge: Industrie bleibt real auf dem
Niveau von 2021
Insgesamt bewegt sich die industrielle Leistungskraft nominell
wieder auf einem Niveau, das in etwa jenem des Jahres 2021
entspricht. Die nominelle Produktionsleistung ist im Jahr 2025 im
Vergleich zum Vorjahr in sieben von 16 Fachverbänden der WKÖ-
Bundessparte Industrie gesunken. In vier davon hält der Rückgang
bereits seit 2023 an. Insgesamt gelingt es zwölf von 16 Fachverbänden
nicht, das Produktionsniveau von 2022 wieder zu erreichen.
Zu denken geben auch die Auftragseingänge: Nominell stagnieren
sie seit mehreren Jahren, auch real bedeutet das einen Verlust, und
zwar von rund 12 Prozent.
Industriestandort Österreich unter massivem Kostendruck
Hohe Energiepreise, steigende Lohn- und Lohnnebenkosten sowie
zunehmende regulatorische Anforderungen setzen die Industrie massiv
unter Druck. Gleichzeitig verschärfen geopolitische Unsicherheiten –
wie der aktuelle Konflikt im Nahen Osten sowie die volatilen
Energiepreise – die Situation und dämpfen Investitionen sowie
Exportchancen nachhaltig. „Die Kostenentwicklung hat sich zu einem
strukturellen Wettbewerbsnachteil entwickelt, der unsere Betriebe
zunehmend belastet. Ohne spürbare Entlastungen bei Energie- und
Arbeitskosten drohen weitere Investitionsrückgänge und eine
Verlagerung von Wertschöpfung ins Ausland“, warnen Bundessparte-
Industrie-Obmann Menz und Geschäftsführer Mörk.
Rund 25.000 Industrie-Arbeitsplätze weniger in den vergangenen
zwei Jahren
Das hat auch Auswirkungen auf die Beschäftigung: Die Anzahl der
in der österreichischen Industrie Beschäftigten ist auch 2025
deutlich zurückgegangen. Der Beschäftigungsabbau zieht sich durch
nahezu die gesamte Industrie: In 13 der 16 Fachverbände sinkt 2025
das Eigenpersonal im Vergleich zum Vorjahr. Besonders deutlich fällt
der Rückgang in der Metalltechnischen Industrie, der
Fahrzeugindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie aus.
In diesen beschäftigungsstarken Fachverbänden zeigt sich das Minus
nicht nur von 2024 auf 2025, sondern bereits auch im Jahr davor. (
PWK151/JHR)


