Bildungsklima-Index zu Elementarpädagogik: Handlungsbedarf bei Personalmangel und Gruppengrößen

Wien (OTS) – Der MEGA Bildungsklima-Index misst seit 2021 regelmäßig
die
Zufriedenheit mit dem heimischen Bildungssystem, durchgeführt vom
MEGA Bildungsverein. Dieser Index ist mittlerweile ein wesentliches
Messinstrument für die Entwicklung des österreichischen
Bildungssektors. Zusätzlich zu dieser umfassenden Studie, deren
Ergebnisse bereits im Sommer 2025 präsentiert wurden ( siehe OTS0103
), veröffentlicht der MEGA Bildungsverein anlässlich des kommenden
Tages der Elementarpädagogik (24. Jänner) die aktuellsten Ergebnisse
für den Bereich Kindergärten.

Befragt wurden über 600 Personen (317 Eltern, 293 Kindergarten-Pa
̈dagoginnen und Pädagogen, -Leiterinnen und -Leiter, -Assistentinnen
und -Assistenten) aus ganz Österreich. Sie vergaben Schulnoten für
Teilbereiche der Elementarpädagogik: Gemeinschaft und
Rahmenbedingungen/Infrastruktur in Kindergärten, Vermittlung von
Fähigkeiten an die Kinder, Arbeitsumfeld für Pädagoginnen und
Pädagogen und Wertschätzung für das Berufsbild in der Gesellschaft.
Zusätzlich reihten sie notwendige Verbesserungen nach Priorität. Die
Detailergebnisse befinden sich am Ende dieser Aussendung.

Zufriedenheit mit Rahmenbedingungen und Infrastruktur

Die 2025 erhobenen Daten zeigen hohe Zufriedenheit mit der
österreichischen Elementarpädagogik in vielen Bereichen. So vergab
über die Hälfte aller Befragten ein „sehr gut“ oder „gut“ für die
allgemeinen Rahmenbedingungen und Infrastruktur in Kindergärten.

Besonders positiv bewerteten beispielsweise Eltern das Klima und
die Freude der Kinder am Kindergartenbesuch (88 % „sehr gut“ oder
„gut“), die Ausstattung mit Spielsachen und Beschäftigungsmaterialien
(85 % „sehr gut“ oder „gut“) und den Umgang mit Kindern
unterschiedlicher Herkunft oder nicht-deutscher Muttersprache (84 %
„sehr gut“ oder „gut“). Bei Pädagoginnen und Pädagogen zeigt sich in
diesen Punkten ein ähnliches Bild. Insgesamt ist die Zufriedenheit
mit diesen Rahmenbedingungen seit 2022 leicht gestiegen.

Pädagogische Arbeit gut bewertet – aber Eltern positiver als
Fachkräfte

Auch mit der pädagogischen Arbeit und der Vermittlung von
Fähigkeiten sind beide Gruppen großteils zufrieden. Der Vergleich zur
letzten Erhebung 2022 liefert allerdings einen bemerkenswerten Trend:
Bei Eltern ist die Zufriedenheit mit der Arbeit der Pädagoginnen und
Pädagogen tendenziell gestiegen, bei den Fachkräften selbst eher
gesunken.

Ein Beispiel dafür ist die „Vermittlung von Alltagshandlungen wie
Ordnung halten, Händewaschen oder Essen“: Hier stieg der Anteil an
„sehr gut“ von Eltern um vier Prozentpunkte auf 58 Prozent, bei
Pädagoginnen und Pädagogen sank er um fünf Prozentpunkte auf 55
Prozent.

Diese gegenläufige Entwicklung zeigt sich auch bei „kreativen
Tätigkeiten wie Malen oder Basteln“ oder „freiem und selbstständigem
Spielen“. Allerdings ist die Grundzufriedenheit auch bei Pädagoginnen
und Pädagogen hoch, wie die Eltern vergeben sie bei all ihren
Arbeitsfeldern zu über 50 Prozent „sehr gut“ oder „gut“.

Dazu sagt Lisa-Maria Sommer-Fein, Vorständin des MEGA
Bildungsvereins: „ Diese Ergebnisse zeigen klar, dass die Eltern
weiterhin großes Vertrauen in die Elementarpädagogik setzen, in
einigen Bereichen ist die Zufriedenheit sogar noch gestiegen.
Deutlich wird aber auch, was die Pädagoginnen und Pädagogen
benötigen, um ihre wichtige Arbeit gut fortführen zu können. Vor
allem braucht es mehr Personal, kleinere Gruppen und mehr
Unterstützung durch Coachings .“

Handlungsbedarf bei Gruppengrößen und Personalmangel

Dringenden Verbesserungsbedarf sehen die Pädagoginnen und
Pädagogen beim Personalmangel und der Größe von Kindergruppen, diese
Punkte wurden in einer offenen Frage am häufigsten genannt. Das gaben
auch die Eltern an und reihten passend dazu die individuelle
Betreuung für die Kinder als Top-Priorität (gleichauf mit
organisatorischen und bürokratischen Anliegen).

Außerdem wünscht sich ein großer Teil der pädagogischen
Fachkräfte mehr persönliche Unterstützung durch Coaching und
Supervision. Ein möglicher Zusammenhang besteht mit Herausforderungen
durch die soziale und psychische Situation der Kinder: Über die
Hälfte der Pädagoginnen und Pädagogen gibt an, dass diese sie bei
ihrer Arbeit stark beeinflusst.

Zudem vermissen die befragten Pädagoginnen und Pädagogen
weiterhin Wertschätzung. Nur sechs Prozent der befragten
pädagogischen Fachkräfte stimmen zu, dass „die meisten Menschen ihren
Beitrag für die Gesellschaft anerkennen“. Fast die Hälfte (47 %)
erlebt das kaum bis gar nicht.

„ Pädagoginnen und Pädagogen verdienen die höchste Anerkennung
für ihre unschätzbar wertvolle Rolle im Leben junger Menschen. Wir
müssen diesen Beruf wieder attraktiv machen. Was dafür notwendig ist,
wissen die Fachkräfte selbst am besten. Darum investiert der MEGA
Bildungsverein in diese regelmäßige Befragung und in die umfassende
Analyse der Daten. Mit dieser Evidenzbasis können jetzt die richtigen
Schritte gesetzt werden “, so Sommer-Fein.

Detailergebnisse der Studie „Bildungsklima-Index Kindergärten
2026“

Sample: 610 Interviews (317 Eltern, 293 Kindergarten-Pa
̈dagoginnen und Pädagogen, -Leiterinnen und -Leiter, -Assistentinnen
und -Assistenten, März bis Mai 2025)

Allgemeine Rahmenbedingungen und Gemeinschaft im Kindergarten:
Breite Zufriedenheit

Über 50 Prozent der Befragten bewerten die allgemeinen
Rahmenbedingungen und die Infrastruktur in Österreichs Kindergärten
mit „sehr gut“ oder „gut“. Besonders viele Eltern vergaben ein „sehr
gut“ oder „gut“ bei „Allgemeines Klima, wie gern das Kind in den
Kindergarten geht“ (85 %), „Ausstattung mit Spielsachen und Bescha
̈ftigungsmaterial“ (85 %) und „Umgang mit Kindern unterschiedlicher
Herkunft oder nicht-deutscher Muttersprache“ (84 %).

Auffällig ist eine leichte Verbesserung bei jenem Faktor, mit dem
Eltern 2022 und 2025 am wenigsten zufrieden waren:
„Betreuungsmöglichkeiten in den Ferien und an anderen Schließtagen“
erhielt diesmal von 45 Prozent ein „sehr gut“, 2022 waren es 39
Prozent, und der Anteil an „befriedigend“ bis „nicht genügend“ sank
von 33 auf 30 Prozent.

Auch die befragten Pädagoginnen und Pädagogen gaben zum Großteil
„sehr gut“ und „gut“ für das allgemeine Klima im Kindergarten (92 %)
und den Umgang mit Kindern unterschiedlicher Herkunft (83 %). Etwas
unzufriedener als die Eltern sind sie mit der Ausstattung, besonders
mit Räumlichkeiten und Möbeln: 38 Prozent vergeben hier ein
„befriedigend“ bis „nicht genügend“ (Eltern: 23 %) und 51 Prozent
sehen hier dringenden Handlungsbedarf (Rang 1 oder 2 in einer
Reihungsfrage). Gleich danach folgen „Verbesserungen zur Betreuung
von Kindern mit besonderen Bedürfnissen“ (49 %).

Pädagogische Arbeit: Gute Noten für Vermittlung von Kreativität,
Alltagshandlungen und selbstständigem Spielen

Die befragten Eltern sind im Schnitt zufrieden mit der Arbeit der
Pädagoginnen und Pädagogen bei der Vermittlung von Kompetenzen. Die
meisten „sehr gut“ vergaben sie für die Vermittlung von freiem und
selbstständigem Spielen (63 %) kreativen Fähigkeiten (60 %) und
Alltagshandlungen wie Ordnung halten oder Händewaschen (58 %).

Auch Pädagoginnen und Pädagogen sehen hier ihre größten Stärken,
allerdings zeigt sich beim Vergleich mit 2022 ein leicht
gegenläufiger Trend zu den Eltern. Bei der Vermittlung von freiem und
selbstständigem Spielen gaben sich die Pädagoginnen und Pädagogen zu
60 Prozent ein „sehr gut“, um vier Prozentpunkte weniger als 2022,
unter den Eltern waren es acht Prozentpunkte mehr.

Für die Vermittlung von Alltagshandlungen vergaben die Fachkräfte
zu 55 Prozent ein „sehr gut“, um fünf Prozentpunkte weniger als 2022,
Eltern vergaben um vier Prozentpunkte mehr. Und bei „kreative
Tätigkeiten“ sank der Anteil an „sehr gut“ von Pädagoginnen und
Pädagogen um drei Prozentpunkte auf 53 Prozent, unter Eltern stieg er
gleichzeitig um sieben Punkte.

Arbeitsbedingungen von Pädagoginnen und Pädagogen:
Handlungsbedarf bei Coaching, Fachpersonal und Gruppengrößen

Pädagoginnen und Pädagogen schätzen besonders das gute
Arbeitsklima (73 % „sehr gut“ oder „gut“) und die Kommunikation im
Team und mit der Leitung (71 % „sehr gut“ oder „gut“). Geringere
Zufriedenheit zeigen sie bei der Ausstattung, besonders IT-Technik (
38 % „genügend“ oder „nicht genügend“) und Schreibtischen für
Administrations- und Vorbereitungsarbeiten (42 % „genügend“ oder
„nicht genügend“).

Den größten Verbesserungsbedarf im Arbeitsumfeld sehen die
befragten Pädagoginnen und Pädagogen bei Coachings, Beratungen und
Supervision. Diese Formen der persönlichen Unterstützung wurden von
38 Prozent auf Platz 1 oder 2 der dringendsten Handlungsfelder
gereiht, nur 19 Prozent vergeben hier ein „sehr gut“. Und: Über die
Hälfte der Pädagoginnen und Pädagogen gibt an, dass die psychische
und soziale Situation der Kinder sie bei ihrer Arbeit stark
beeinflusst.

Bei einer offenen Frage nach allgemeinem Handlungsbedarf in der
Elementarpädagogik nannten jeweils 27 Prozent kleinere Gruppen und
mehr Fachpersonal. Passend zu Letzterem sollen mögliche zusätzliche
Budgetmittel am ehesten für neue Sozialarbeiterinnen und
Sozialarbeiter eingesetzt werden, und die wahrgenommene Nützlichkeit
von weiteren Pädagoginnen und Pädagogen stieg von 59 auf 66
Prozentpunkte (zusammengezählt: „voll und ganz“ plus „eher“).

Dieselbe offene Frage nach Verbesserungen in der
Elementarpädagogik wurde auch Eltern gestellt. Am häufigsten genannt
wurden bürokratische und organisatorische Anliegen. Die anderen
Prioritäten waren dieselben und hängen zusammen: kleinere Gruppen,
mehr Personal und individuellere Förderung der Kinder.

Fehlende Wertschätzung für Pädagoginnen und Pädagogen

Weiterhin erleben Pädagoginnen und Pädagogen geringe
Wertschätzung für ihre Arbeit und ihre Rolle in der Gesellschaft: Nur
sechs Prozent stimmen zu, dass „die meisten Menschen ihren Beitrag fu
̈r die Gesellschaft anerkennen“, fast die Hälfte (47 %) sieht das
kaum bis gar nicht.

Die Ergebnisse des Bildungsklima-Index 2025, der das gesamte
heimische Bildungssystem inklusive Schulen abbildet, sind hier
einsehbar.

Über den österreichischen Bildungsklima-Index (BKI)

Der BKI wurde 2021 durch die MEGA Bildungsstiftung initiiert und
seit 2025 vom neuen, gemeinnützigen MEGA Bildungsverein gemeinsam mit
dem Meinungsforschungsinstitut „Triple M“ umgesetzt. Die
österreichweite Erhebung findet alle zwei Jahre statt. Ziel ist die
ganzheitliche Messung der Zufriedenheit mit dem Bildungssystem (
organisatorische Rahmenbedingungen, Infrastruktur,
Unterrichtsqualität, Verbesserungsbedarf) in Österreich. Die Erhebung
ist damit eine wichtige Ergänzung zu den PISA-Studien, die sich auf
den internationalen Vergleich von Leistungen der Schülerinnen und
Schüler konzentrieren. Weiters können mit dem vorhandenen
Datenmaterial Detailauswertungen und Vergleiche zwischen
Bundesländern und verschiedenen Schultypen erstellt werden.

Über den MEGA Bildungsverein

Der MEGA Bildungsverein wurde 2025 von der B&C Privatstiftung,
der Berndorf Privatstiftung und der MEGA Bildungsstiftung gegründet
mit dem Ziel, innovative Bildungsprojekte und Bildungsinnovation in
Österreich zu fördern. Bildung ist der Schlüssel für ein gelingendes
Leben. Der MEGA Bildungsverein unterstützt schulische und
außerschulische Leuchtturm-Initiativen beim Wachsen.