Neue ÖAW-Preisfrage: Wie verändert KI Ihr wissenschaftliches Fach?

Wien (OTS) – Ob in der Molekularbiologie, der Klimaforschung, der
Literaturwissenschaft oder der Archäologie – so gut wie jedes Gebiet
der Wissenschaft ist von den rasanten Entwicklungen der künstlichen
Intelligenz (KI) betroffen. Modelle, die vor wenigen Jahren noch als
experimentell galten, sind heute zu unverzichtbaren Werkzeugen
geworden. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) will
deshalb wissen: Wie verändert KI Ihr wissenschaftliches Fach?

Sei es das Herauslesen kultureller Muster aus Millionen Zeilen
Text, das Vorhersagen von Proteinfaltungen oder das Simulieren
hochauflösender Klimaszenarien – KI spürt Strukturen in kürzester
Zeit auf. Doch eröffnet diese Technologie tatsächlich neue
Erkenntnispfade? Oder verleitet sie eher dazu, die Komplexität
wissenschaftlicher Fragestellungen zu unterschätzen? Zugleich wächst
der Bedarf an Qualitätskontrolle. KI liefert Ergebnisse – aber keine
Einordnung. Sie generiert Hypothesen – aber keine Theorie. Und sie
macht Fehler, oft auf subtile Weise.

ÖAW-Präsident Heinz Faßmann sagt: „Mit der diesjährigen
Preisfrage richten wir uns an Vertreter:innen von Wissenschaft und
Forschung. Kein Feld, ob Natur- oder Geisteswissenschaften, bleibt
heute unberührt vom Einsatz der Künstlichen Intelligenz. Uns
interessiert: Wie stellen sich diese Veränderungen dar? Ich freue
mich auf viele Einsendungen aus den unterschiedlichen Disziplinen.“

Zwtl.: Wie gestaltet KI die Wissenschaft – und wie gestalten wir den
Umgang mit ihr?

Die ÖAW lädt Forscher:innen aller Disziplinen ein, ihre
Perspektive einzubringen: Was bedeutet KI für die Methodik, die
Kreativität und die theoretische Basis Ihres Fachs? Welche Chancen
eröffnet sie – und wo sind ihre Grenzen?

Der Wettbewerb steht Einzelpersonen und Gruppen offen, die
Beiträge können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfasst
werden. Essays mit 10.000 bis 15.000 Zeichen können bis zum 30. April
2026 eingereicht werden.

Eine interdisziplinär zusammengesetzte Preiskommission wählt die
besten Antworten aus, die mit 8.000 Euro für den ersten, 6.000 Euro
für den zweiten und 2.000 Euro für den dritten Platz prämiert werden.

Mit der Preisfrage knüpft die ÖAW an ein über 250 Jahre altes
Format an, das Akademien genutzt haben, um Antworten auf die
Herausforderungen ihrer Zeit zu finden.