Grundlegender Denkfehler beim Online-Dating: Neue Erkenntnisse stellen gesamte Partnersuche im Netz infrage

Hannover (OTS) – Psychologe Dr. Guido F. Gebauer betrachtet gängige
Dating-Praktiken
als kontraproduktiv – und präsentiert ein radikal neues Erfolgsmodell
für die Partnersuche

Mehr Auswahl, mehr Chancen auf eine Beziehung? Klingt logisch –
ist es aber nicht.

Die meisten Menschen, die online auf Partnersuche gehen, handeln
meist nach einem unausgesprochenen Prinzip – sie glauben, je mehr
Profile sie sehen und je mehr Kontakte sie knüpfen, desto besser
stehen ihre Chancen. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass gerade
dieses Verhalten dazu führen kann, dass Beziehungen gar nicht erst
entstehen.

Dr. Guido F. Gebauer, Psychologe, Dating-Coach und Mitgründer der
psychologisch ausgerichteten Partnervermittlung Gleichklang.de , hat
diesen Mechanismus über Jahre hinweg untersucht – in seiner Praxis,
in zahlreichen Interviews mit Mitgliedern und in seinem Buch A
Perfect Match – Online-Partnersuche aus psychologischer Sicht . Sein
Fazit:

„Das gesamte Online-Dating steht auf dem Kopf – und muss wieder
auf die Füße gestellt werden. Beziehungen entstehen nicht durch
Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit, sondern durch Innehalten,
Verbindlichkeit und Konzentration auf eine einzige Person.“

Was viele nicht wissen – das ständige Swipen, Scrollen und
Vergleichen aktiviert im Gehirn automatische Bewertungsmechanismen.
Plötzlich erscheinen überall vermeintliche Mängel. Und was eigentlich
interessant sein könnte, wirkt nach drei weiteren Profilen nur noch
mittelmäßig. So verpufft Potenzial, noch bevor überhaupt ein Gespräch
beginnt.

Was wir übersehen: Mehr Kontakte bedeuten nicht mehr Beziehung

Tatsächlich erleben wir gerade einen historischen Widerspruch:
Noch nie war es so einfach, mit potenziellen Partner:innen in Kontakt
zu treten – und gleichzeitig war der Anteil an Menschen, die trotz
klarer Beziehungswünsche dauerhaft allein bleiben, nie höher.

Mehr Auswahl verführt zur Oberflächlichkeit. Tiefe entsteht
anders.

Gebauer sieht darin keine Zufälligkeit, sondern ein strukturelles
Problem. Der Aufbau intimer Beziehungen erfordert Ruhe,
Konzentration, Vertrauen. Was das gängige App-Design hingegen
begünstigt, ist das Gegenteil: ständiges Weiterziehen.

Ein alternatives Vorgehen – gegen den Strich, aber wirksam

Aus 19 Jahren Erfahrung mit digitaler Partnervermittlung hat
Gebauer ein Schema entwickelt, das gängigen Gewohnheiten beim Online-
Dating widerspricht – aber genau deshalb funktionieren kann. Denn es
schützt vor Zerstreuung, die Nähe verhindert.

Die sieben Schritte des alternativen Dating-Schemas:

1. Nur 1-3 Profile pro Tag ansehen.

Oder besser: alle 2-3 Tage. Kein Dauerinput, keine
Reizüberflutung.

2. Jedes Profil anschreiben, bei dem eine gewisse Offenheit
spürbar ist.

Viele erfolgreiche Gleichklang-Paare berichten, dass sie das
Profil ihrer späteren Beziehungsperson zunächst eher unauffällig
fanden. Erst durch die Kontaktaufnahme entwickelte sich Interesse –
und später Liebe.

3. Sobald eine Antwort kommt: keine neuen Profile mehr ansehen,
niemand anderen anschreiben.

So lässt sich vermeiden, sich zu verzetteln oder innerlich auf
Standby für „Besseres“ zu bleiben.

4. Schnell den Schritt aus der App heraus machen:

Telefonieren, Video-Gespräch, persönliches Treffen. Kein endloses
Schreiben.

5. Mehrere reale Begegnungen ermöglichen.

Auch wenn es beim ersten Treffen nicht sofort funkt. Sympathie
und sogar körperliche Anziehung können wachsen. Menschen finden nicht
nur jene attraktiv, die sie sofort anziehend finden – sie beginnen
auch, attraktiv zu empfinden, mit wem sie sich wohlfühlen.

6. Solange ein Kontakt besteht: keine Rückkehr zum Online-Dating.

Das ständige „offen bleiben“ ist kein Zeichen von Freiheit,
sondern ein Sabotageprogramm für Bindung.

Gebauer berichtet von Klient:innen, deren Beziehungen genau daran
scheiterten – weil das Online-Dating weiterlief. Das ist kein
Einzelfall. Studien zeigen: Ein erheblicher Teil der aktiven
Nutzer:innen von Dating-Apps ist bereits in einer Beziehung.
Verbindlichkeit sieht anders aus. Nicht nebenher weitersuchen. Nicht
„mal schauen“. Wer eine Beziehung aufbauen will, braucht Fokus –
nicht Ablenkung.

7. Kommt es zu einer beginnenden Beziehung: Dating sofort
beenden.

Online-Dating sollte enden, sobald eine echte Verbindung
entsteht. In seiner Arbeit als Dating-Coach berichtet Gebauer
regelmäßig von Klient:innen, deren beginnende Beziehungen daran
scheiterten, dass das Online-Dating nicht beendet wurde. Dieses
Verhalten steht nicht nur der Bindungsentwicklung entgegen – es
entspricht auch einem Muster, das in Studien gut dokumentiert ist:
Ein erheblicher Teil der aktiv Suchenden auf Dating-Plattformen
befindet sich tatsächlich bereits in einer Beziehung.

Gleichzeitig zeigt Gebauers Beratungspraxis, dass bei
konsequenter Umsetzung des vorgestellten Schemas – selbst nach
jahrelanger erfolgloser Partnersuche – oft überraschend schnell
tragfähige Beziehungen entstehen. Entscheidend ist der bewusste
Verzicht auf Parallelkontakte und die klare innere Ausrichtung auf
nur eine einzige Person. Nur so kann sich echte Nähe entfalten.

Wer Beziehungen will, muss sich entscheiden

Die vielen Optionen heute verführen zur Unverbindlichkeit. Aber
Nähe braucht Konzentration.

Die höchste Zahl an Kontaktmöglichkeiten in der Geschichte der
Menschheit hat nicht zu mehr, sondern zu weniger Beziehung geführt.

Gebauers Modell fordert Disziplin – aber genau diese Disziplin
macht Beziehung möglich. Es ist ein bewusster Ausstieg aus dem
Schleifenmodus des ständigen Vergleichens. Wer sich traut, den Fokus
auf eine einzige Person zu richten – und parallel alles andere
auszublenden -, erhöht seine Chancen auf echte Verbindung erheblich.

Hinweis:

Die hier vorgestellten Erkenntnisse und Empfehlungen basieren auf
der langjährigen Vermittlungserfahrung der psychologisch
ausgerichteten Partnerplattform Gleichklang.de. Seit 2006 unterstützt
Gleichklang Menschen mit ernsthaftem Beziehungswunsch dabei, auf
wertorientierter Grundlage zueinanderzufinden.